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23.09.11 21:09 Uhr

 

Ratgeber Reisen

Wie im Herbst die Fiedler feiern!

Quelle: bfs

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„Der schöne Sommer ging von hinnen. Der Herbst, der reiche, zog ins Land.“ (Wilhelm Busch).

© Foto: bfs / CRTA-Zvardon

(bfs) - So lohnt sich eine Erkundungsreise Richtung Weinstraße im Elsass nicht nur im Sommer. Gerade im Herbst warten ebenso spannende Veranstaltungen auf neugierige Besucher. Während der beschaulichen Jahreszeit herrscht zwar Hochsaison für Weinproben, doch die Straßen und Dörfer im französischen Elsass werden trotzdem nicht vom Massentourismus bevölkert. Die beste Gelegenheit für jene, die ihren Urlaub gerne besinnlich und geruhsam verbringen.

Die Elsässer Weinstraße erstreckt sich auf 170 Kilometern Länge von Norden nach Süden durch die französischen Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin. Sie stellt eine der ältesten Wege in Frankreich dar und liegt zwischen den westlichen Vogesen und der östlichen Oberrheinebene.

Der Startschuss für den Fremdenverkehr fiel am 30. Mai 1953. Der Tourismusverband rief die „Route des Vins d‘Alsace“ ins Leben: Zwei Konvois starteten gleichzeitig in Marlenheim im Norden sowie in Thann im Süden und fuhren aufeinander zu. Auf dem Weg zum Treffpunkt fanden einige Weinproben und touristische Besichtigungen statt. Noch heute kann man bei der überschaubaren Anzahl an Winzern die am häufigsten angebauten Rebsorten wie Riesling, Sylvaner und drei verschiedene Sorten Pinot kosten.
Doch nicht nur Weinliebhaber werden sich im Elsass wohl fühlen.

Besonders im südlichen Département Haut-Rhin finden sich zahlreiche kunsthistorische Ausflugsziele und -orte, die mühelos angesteuert werden können. Hervorzuheben sind die Städtchen Ribeauvillé, Riquewihr und Kaysersberg. Ersteres gilt als Zentrum des Tourismus mit gleich drei großen Weingebieten („grands crus“) namens Geisberg, Kirchberg und Osterberg sowie drei beliebten Burgen.

Riquewihr liegt nicht unweit von diesem Fremdenverkehrszentrum entfernt und glänzt mit einem komplett erhaltenen mittelalterlichen Stadtbild sowie den Weingebieten Schoenenbourg und Sporen. Wer sich für das Mittelalter und die Renaissance begeistern kann, sollte Kaysersberg, das zugleich auch Geburtsort von Theologe Albert Schweitzer ist, auf seiner Reise nicht auslassen.

Das knapp 5000 Einwohner große Ribeauvillé hat jedoch noch viel mehr als Weinberge zu bieten und das gerade im Herbst! Am jeweils ersten Sonntag im September findet das alljährliche Folklorefest „Pfifferdaj“ statt (zu dt: „das Fest der Fiedler“). Dort kann man sich auf eine Zeitreise ins Mittelalter begeben. Mehrere hundert Menschen aus den umliegenden Dörfern schlüpfen für dieses Event, das seit über 600 Jahren besteht, in Kostüme aus einer anderen Zeit. Zu sehen bekommt der Zuschauer bunte Fanfarenkorps, Musikkappellen, Jongleure und Feuerspucker.

Weitere Baudenkmäler der Stadt erinnern an das Mittelalter. Dazu zählen die Pfarrkirche St. Grégoire-le-Grand und der Metzgerturm aus dem 13. Jahrhundert sowie die drei Burgruinen Ulrichsburg, Girsberg und Hohrappoltstein.

Zwischen den Erkundungen zahlreicher Festungen und historischen Baudenkmälern lohnt sich gerade im Süden des Elsass eine Verschnaufpause in einem Bauerngasthof. Dort sollte man einmal von der traditionellen Fleischpastete namens „Tourte de la vallée“ oder dem Elsässer Sauerkraut gekostet haben. Weitere kulinarische Leckereien finden sich auf speziellen Feinschmeckerrouten. Da gibt es zum einen die Straße des gebratenen Karpfens, bei der sich etwa 30 Gastwirte aus dem Sundgau, das ganz in der Nähe von Basel liegt, zusammengeschlossen haben und den Verband „Le Sundgau, Route de la Carpe Frite“ gründeten. Ein weiteres Highlight stellt die Käsestraße („Route du fromage“) dar. Sie beginnt in Munster, führt über Soultzeren, bei Geisberg hinauf in die Vogesen-Gebirge zu den Bergseen Lac du Forelt (Waldsee), Lac Vert (Grüner See) und Col de la Schlucht. Sie endet schließlich wieder an ihrem Anfangsort.

Entlang dieser Route laden etwa 50 Gutshöfe ein, lokale Käsesorten wie etwa Weißweinkäse mit Kirschwasser zu probieren. Ebenfalls zu erwähnen ist die Sauerkrautstraße („Route de la Choucroute“). Schließlich entfallen fast 70 Prozent des gesamtfranzösischen Weißkohlanbaus auf das Elsass. Seine Erntezeit liegt hauptsächlich im Oktober und November. Rund drei Dutzend Restaurants, Hotels und Bauernhöfe liegen auf diesem Pfad, bei denen man bei der Sauerkraut-Produktion zuschauen, das blumenartige Gemüse kosten sowie das bekannte Gericht „Choucroute Royal“ bestellen kann.

Eine grandiose Aussicht auf Ort und Umland gibt es an vielen Stellen zu bewundern. Die „Route des Crêtes“ wurde von der französischen Armee im ersten Weltkrieg zur besseren Bewegung ihrer Truppen erbaut. Heute wird sie als schöne Pass- und Motorradstrecke in den Vogesen genutzt. Der Kamm bewegt sich von Ste-Marie-aux-Mines bis Cernay. Auch auf dem 760 Meter hohen Odilienberg („Mont-Sainte-Odile“) bei Obernai hat man einen zauberhaften Blick auf das Tal. Dort steht auch das im Jahr 700 erbaute Kloster der heiligen Odilia. Der Wallfahrtsort mit ihrem Grab und einer überlebensgroßen Sandsteinstatue wird von elsässischen Urlaubern am allerhäufigsten besucht. Rund um den heiligen Berg gibt es verschiedene Wanderwege an der Heidenmauer: Die südliche Route führt vorbei an Mauern und Felsen entlang zum Männelstein in 820 Metern Höhe und zur Grotte des Druiden. Auf einem zweiten Weg ist die Besichtigung der Ruine Hagelschloss am nördlichsten Ende der Heidenmauer sowie der Burgruine Dreistein möglich. Am Fuße des Odilienbergs gelegen, bietet das Hotel Le Parc in Obernai einen günstigen Ausgangspunkt für ausgiebige Wanderungen und läd zu einem Urlaub in luxuriösem Ambiente ein. Das Traditionshaus im Fachwerkstil jenseits des südlichen Elsass wurde bereits im Jahre 1954 eröffnet, bleibt jedoch dank regelmäßigen Erneuerungen immer am Puls der Zeit. Mit einem großen Wellness- und Massage-Angebot im „Asiane-Spa“ kommen hier auch Freunde der Entspannung auf ihre Kosten. Feinschmecker können sich im hauseigenen Gourmet-Restaurant verwöhnen lassen.

Nur 7 km entfernt steht in Gertwiller ein ganz reizvolles Schmuckstück: „Lips - la Maison du pain d‘épice“ nennt sich das Lebkuchenhaus. Die Fassade ist liebevoll dekoriert mit Lebkuchen und Elementen aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“. Im ehemaligen Stallgebäude aus dem Jahr 1756 kann man auch die Gewürzkuchenwerkstatt und das angrenzende Museum erkunden. Eine Sehenswürdigkeit darf man auf der Reise durch das Elsass nicht an sich vorüberziehen lassen: In Wettolsheim (5 Kilometer von Colmar) befindet sich die gewaltigste Burg des ganzen Gebiets. Die Hohlandsbourg ist ingesamt 100 Meter lang und 60 Meter breit, wurde 1279 erbaut und galt damals als Symbol für die habsburgische Politik. Heute zieht sie jährlich über 45000 Besucher an, die neugierig das Bergmassiv und den mittelalterlichen Garten bewundern.

Das Fest der Fiedler

Die Tradition des Pifferdaj, auch Fest der Fiedler genannt, der alle Jahre wieder in Ribeauvillé gefeiert wird, geht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Mit seinem über 600-jährigen Bestehen ist es das älteste Folklorefest im Elsass. Immer am ersten Sonntag im Monat September können sich Besucher auf eine Zeitreise in die bunte Welt des Mittelalters begeben. Mehr als 25.000 Zuschauer drängen sich alljährlich im September in der Altstadt am Fuße der Burgen, um das große Spektakel nicht zu verpassen und einen Tag lang in die farbenfrohe Welt des Mittelalters einzutauchen. Fanfarenkorps, Musikkappellen, Jongleure und Feuerspucker reihen sich in den prächtigen Zug, der jedes Jahr unter einem anderen Mittelalter-Thema steht. Mehrere hundert Menschen aus den umliegenden Dörfern schlüpfen für dieses Event in Kostüme aus einer anderen Zeit. Krönender Abschluss: aus dem Stadtbrunnen fließt am Pfifferdaj nicht etwa Wasser, sondern Wein!

Weitere Tipps und Empfehlungen für einen Urlaub in der Elsässischen Weinstraße finden Sie unter: http://www.tourismus-elsass.com.
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